Kalk von seiner besten Seite


Kalk von seiner besten Seite

Kalk ist einer der ältesten Baustoffe des Lebens. Bereits die Menschen in der Jungsteinzeit hatten die Vorteile des Kalksteins in Form von gebranntem Kalk als Baustoff erkannt. Mit all seinen positiven Eigenschaften findet dieser Baustoff auch heute wieder zunehmend Anklang. Gesundes Raumklima und leichte Verarbeitung – Argumente, die bei Neubau und Renovierung für sich sprechen.

Kalk begegnet uns als Baustoff in Form von Zuschlag, Branntkalk oder Kalkhydrat. Hauptsächlich besteht Kalk aus Calciumcarbonat, das heute genauso wie vor Milliarden von Jahren durch Organismen im Meer entsteht. Wichtige Kalkvarianten neben Kalkstein sind Dolomit mit zusätzlichem Magnesiumanteil und Marmor, der durch Druck und Hitze bei der Gebirgsbildung sein Gefüge und damit auch seine Eigenschaften deutlich verändert hat.

Schon 2000 v.Chr. setzten die Ägypter und Kreter gebrannten Kalk gezielt ein. Kalk als Baustoff wird im prominentesten Buch der Weltgeschichte, der Bibel, erwähnt. Dort sind sogar die ersten Rezepturen für Kalkputze aufgeführt! Den ersten Höhepunkt erlebte der Baustoff Kalk in der Zeit des Römischen Reiches.

Heute wird Kalkstein in der Regel im Tagebau durch Sprengung gewonnen und anschließend zu den Brechern transportiert. Dort beginnt die Aufbereitung: Erst werden die Gesteinsbrocken zerkleinert, dann abgesiebt und gewaschen, um lehmige und tonige Nebenbestandteile auszusondern. Das so aufbereitete Material wird als Schotter und Splitt verkauft, zu Steinmehl gemahlen oder in Öfen gebrannt. Schacht- und Drehrohröfen wandeln den Kalkstein (CaCO3) durch Erhitzen auf 900 bis 1200 °C in Calciumoxid (Branntkalk) und gasförmiges Kohlendioxid (CO2) um.

Dieses Kohlendioxid wird beim Abbinden wieder eingeschlossen und bildet das Ausgangsprodukt Calciumcarbonat. Anschließend wird der Branntkalk entweder zu Feinkalk gemahlen oder mit Wasser zu pulverförmigem Kalkhydrat abgelöscht. Dieser Prozess setzt erhebliche Wärme frei. Kalkhydrat ist stark alkalisch, deshalb sind bei der Verarbeitung Vorsichtsmaßnahmen zu berücksichtigen.